Geschichte der WEIHNACHTSKRIPPE im Kaiserdom zu Speyer

Der Münchner Professor an der Akademie der Bildenden Künste war bekannt für seine Hochaltäre und Kirchenkreuze. Nach seinem Kriegseinsatz 1918 schuf er Krippen für zahlreiche Gotteshäuser; so auch für den Dom zu Aachen.
Zehentbauer`s Figuren zeigen eine große Vielfalt und Ausdruckskraft, wie wir an den Hirten sehen können. Die Jungfrau Maria mit lieblich-herbem Gesicht und einfachem weißen Kopftuch zeigt mit ihrer Hand auf das Jesuskind in der Krippe. Josef hält den Wanderhut und die Laterne in seinen Händen. Die große Herberge erinnert an ein altes Tiroler Bauernhaus. Alle Figuren sind sehr sorgfältig geschnitzt und farbig gefasst. Sie wirken lebensnah und natürlich. Auch die Nebenfiguren, wie Hirten und wasserholende Magd, sind ausdrucksstark. Die Heiligen Drei Könige kommen als Afrikaner, Asiaten und Europäer daher. Sie symbolisieren die drei großen Kontinente der damals bekannten Welt.
In den sechziger Jahren wurden einige Schafe gestohlen, welche Bildhauer Karl Wex aus Speyer nachgeschnitzt wurden. Die arabischen Diener mit fürstlich aufgezäumtem Dromedar sind 1989 vom Bildhauer Filip Piccolruaz aus St. Ulrich im Grödner Tal neu geschaffen worden. Um jedem der Heiligen. Drei Könige sein entsprechendes Reisetier zuordnen zu können, schnitzte Bildhauer Piccolruaz 1998 einen Elefanten mit Treiber, einen jungen Elefanten sowie ein edles Pferd mit arabischem Pferdeführer. Will man nun die Reisetiere einordnen, so gehört der Elefant zum afrikanischen, das Dromedar zum asiatischen und das Pferd zum europäischen König.
Die Ursprungskrippe von Otto Zehentbauer konzentrierte sich - wie viele Krippen - auf die Szene und hatte eine Größe von 3 x 3 m. Mittlerweile wurde die Krippe in eine Krippenlandschaft mit einer Größe von 5 x 16 m erweitert. Ziel war, in das Geschehen der Heiligen Nacht die Elemente der Schöpfung mit einzubeziehen. Deshalb wird auch die ganze Anlage nur mit Naturmaterialien gebaut. Selbst der Stall wurde zu einer echten Felsenhöhle umgestaltet, wie es in Bethlehem zur Zeit Jesu bei den Hirten üblich war.
War die Krippe in ihrem Ursprung zweidimensional gebaut, so wurde jetzt mit einer externen Lichtanlage, unter Einbezug des Seitenschiffgewölbes und der Projektion eines Sternenhimmels, eine dreidimensionale Perspektive geschaffen. Somit war besonders am Abend und in der Nacht der Krippenbesucher in einer anderen Welt, welche dem natürlichen Ort des Weihnachtsgeschehens, wesentlich näher kam, als eine Tiroler Bauernkrippe oder die Krippen in ihrer üblichen Darstellung. Sinn der Sache war, mit der Echtheit und dem starken Ausdruck des Naturmaterials, die Gestaltung der Landschaft und Krippenszene, mit dem Licht in eine morgenländische Stimmung zu bringen, die das Irdische mit dem geistigen Geschehen der Weihnacht verband.
Leider gibt es diese ehemalige Felsenkrippe nur noch auf dieser Internetseite zu sehen, weil im Rahmen der Umstrukturierung, des Domes und des Priesterseminares, alle Grundlagen zur Fertigung einer solchen Anlage nicht mehr vorhanden sind, so das heute nur noch eine kleine Version von den Sakristanen des Domes gebaut werden kann.